Presse-Impressionen Fair Resort Cup 2011

    Von Michael Ulbrich

    Fechten, Fair-Resort-Cup: Maike Hammers aus Jena verpasst nur knapp eine Medaille

    Von Michael Ulbrich (OTZ)

    Jena. Ein bisschen traurig sei sie schon, sagt Maike Hammers. Gerade läuft das Finale. Kim Kirschen liegt vorn. Valentina Moor verzweifelt. "Gegen die habe ich gewonnen", sagt die Jenaerin leise. Und wenn die im Finale steht, könne sie das auch. Aber es hat nicht sollen sein.

    „Das i-Tüpfelchen wäre es gewesen, das stimmt“. sagt Trainer Wolfgang Bohn. Aber: Maike Hammers hatte sich zum Ziel gesetzt, unter die besten Acht des Fair-Resort-Cups zu kommen. „Und das, hat sie sensationell geschafft", sagt der Trainer. Die I5-Jährige sei auf dem besten Wege, in große Fußstapfen zu treten. Die von Susanne Michaluk oder Marike Wegener. „Sie hat das Zeug dazu, international dabei zu sein“, sagt ihr Trainer. Was für ganz vorn gefehlt habe? Schwierig, sagt Bohn. Es war wohl die Erfahrung. „Es ist eine Frage der Reife.“ Hammers habe ihr Ziel erreicht und habe mit der Situation umgehen müssen, noch mehr schaffen zu können. „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Bohn. Man hat, was man will und soll dann noch eine Schippe drauflegen.

    Fair Resort Cup 2011

    So wie im Duell um den Einzug unter die besten zwölf gegen Tabea Wiskemann. Maike Hammers kontrolliert das Geschehen, führt schnell 5:0, Bohn gibt Applaus. Doch dann holt die Gegnerin Punkt um Punkt auf. 3:8, 6:8. „Du musst Mut haben“. ruft der Coach von draußen. Maike gehorcht: setzt wieder einen Treffer zur rechten Zeit. „Das ist ihre Stärke“, sagt Bohn. Hammers hat Nerven. Doch auch die sind irgendwann derart strapaziert: dass sie zu reißen drohen. 7:9,8:9. Wiskemann ist auf einen Treffer dran. Wolfgang Bohn wird nun lauter. „Geh drauf. Mache selber was!“ Der Ton wird rauer. „Auch das muss manchmal sein“ sagt er leise. Hammers trifft, sie führt nun 10:8. Vom Trainer gibt es Schulterklopfen – doch noch ist das Duell nicht gewonnen. Und jetzt: Attacke!

    Wolfgang Bohn grantelt mit seinem Schützling. 11:8 führt Maike Hammers. Dann verkürzt Wiskemann auf 9:11. Maike Hammers interessiert sich nur noch für die Restlaufzeit der Runde. Zwei Sekunden. Das beruhigt. „Einen Schritt vor, raus und Linie“, ruft Bohn. Dann iat Schluss. Das Nervenspiel ist gewonnen.

    Maike Hammers schlägt anschließend die spätere Finalistin Valentina Moor. Doch die kommt über die Hoffnungsrunde zurück – und dann wird es deutlich: Hammers ist mit den Kräften am Ende, verliert 2:15. Deshalb bleibt schließlich Rang sieben und ein Handtuch als Gewinn. Scharf ist sie trotzdem auf das Siegerfahrrad, das Kim Kirschen nach dem 15:11 über Moor im finalen Duell mit nach Berlin nehmen darf. „Im nächsten Jahr will ich gewinnen“, sagt Hammers.

    Fair Resort Cup 2011

    Ein hehres Ziel, freilich! Aber ein machbares. Schon 2011 liest sich ihre Bilanz eindrucksvoll. Nun wird fleißig trainiert, um in zwölf Monaten nicht mehr traurig zuschauen zu müssen, wenn sich die besten zwei Fechterinnen beim Fair­Resort-Cup um das Fahrrad streiten.

    Schaschlik mit Gurken und ohne Zwiebeln

    Jenaer Bilanz: Von Freuden und Freudentränen

    Von Michael Ulbrich (OTZ)

    Jena. Eigentlich läuft alles nach Plan. Elisabeth Stoß gewinnt. Dann kommt eine „Kleene“ wie ihr Papa sagt. „Aus der kannst du Schaschlik machen. Mit Gurken und Zwiebeln", bemerkt der Papa Aber nein. entgegnet ihm die Filia entrüstet: „Ich esse doch keine Zwiebeln“, Das Duell gegen die wahrhaft zierliche Johanna Tisch geht verloren.

    Fair Resort Cup 2011

    In den ersten Runden macht das noch nichts. So richtig brenzlig wird es erst, wenn es um den Einzug in den Direktausscheid der besten 64 geht. Pauline Bongard schien die Endstation für Lena Martha Ebersbach zu sein. 4:5. Im letzten Gefecht vor dem 64er DA. Ebersbach weint, rennt aus der Halle. „Ich bin raus.“ Minuten später läuft ihr Vater hinterher. Schmunzelnd. „Und dann hat er mir gesagt, dass ich doch weiter bin", berichtet Ebersbach über ihre Gefühlsachterbahn. Unter die besten 32 wollte sie doch kommen. „Das habe ich auch geschafft, weshalb ich total zufrieden bin.“ - Gern hatte es dahin auch Elisabeth Stoß geschafft. Erstes Hindernis war das vereinsinterne Duell gegen die ruhig und gut fechtende Saskia Jahns. Stoß liegt gleich zurück, kämpft sich wieder an. Sie ballt die Faust, zappelt hin und her -14:14. Dann wird sich belauert; Stoß will parieren. Denkste! „Dann trifft sie mich.“ Dann folgt der Hoffnungslauf.

    Doch Elisabeth Stoß ist mit ihren Kräften am Ende, verliert 2:15 gegen Jule Shigihara. Auch bei ihr fließen die Tränen. Auch sie rennt raus. Draußen tröstet sie der Sonnenuntergang am Samstagabend, mit dem Mobiltelefon ist schnell ein Foto gemacht. Im nächsten Jahr, sagt Elisabeth Stoß, will sie auch ein Bild vom Sonnenaufgang am Sonntag machen - dann aber als noch aktive Teilnehmerin.

    Das sagt Trainer Wolfgang Bohn zum Abschneiden seiner Schützlinge

    Fair Resort Cup 2011

     7. Maike Hammers
    (24 Kämpfe – 21 Siege)

    Sie hat ihr Ziel erreicht, und das mit Bravour. Nur dreimal verließ die 15-Jährige die Planche als Verliererin - eine Bi1anz, die sonst nur Gesamtsiegerin Kim Kirschen vorzuweisen hatte. Den großen Wurf hat sie sich für 2012 aufgehoben.

    Fair Resort Cup 2011

    32. Lena Martha Ebersbach
    (23 Kämpfe – 13 Siege)

    Technisch habe sich Ebersbach erneut verbessert gezeigt, sagt Trainer Wolfgang Bohn. Aber: Die 16-Jährige müsse lernen, Nerven zu bewahren. Zudem fehle es der Jenaerin noch an einer gut abgestimmten Verteidigungsstrategie.

    Fair Resort Cup 2011

    35. Saskia Jahrs
    (21 Kämpfe – 14 Siege)

    Endlich ist Saskia Jahns einmal in den Punkten gelandet, sagt Trainer Wolfgang Bohn. Selbst der Direktausscheid der besten 32 sei drin gewesen. Oft sei Jahns ungeduldig gewesen. "Jetzt ficht sie stabil und wird belohnt".

    Fair Resort Cup 2011

    39. Elisabeth Stoß
    (21 Kämpfe – 13 Siege)

    Taktisch fechte Stoß top, wie Trainer Wolfgang Bohn sagt "Was ihr fehlt, ist der Feinschliff." Das Ziel, unter die besten 48 zu kommen, habe sie aber sehr gut erreichen können. "Obwohl man fechterisch nicht ganz zufrieden sein kann.

    Fair Resort Cup 2011

    59. Theresa Luge
    (20 Kämpfe – 8 Siege)

    Für Wolfgang Bohn ist Theresa Luge die Überraschung des Turniers. "Sie trainiert ja nicht mehr in der Leistungsgruppe und absolviert nebenher eine Ausbildung", sagt er. Deshalb an sie: ein großes Lob für die gezeigte Turnierleistung.

    Fair Resort Cup 2011

    96. Luise Kober
    (12 Kämpfe – 3 Siege)

    Wolfgang Bohn war über das Abschneiden von Luise Kober richtig traurig, wie er sagt. "Da war viel Pech im Spiel, sie hat eine richtig schwere Runde erwischt", sagt der Trainer. Gekämpft habe sie - doch es fehlte das Quäntchen Glück.

    Fair Resort Cup 2011

    138. Juliane Biedermann
    (5 Kämpfe – 0 Siege)

    Das Nesthäkchen unter den Jenaer Fechterinnen, sie ist Jahrgang 1998, hat sich für das erste Mal beim Fair-Cup unter Wert verkauft, "Sie muss nun ganz fleißig trainieren; sie steht erst am Anfang", Wolfgang Bohn über seinen Schützling.

     

    FAIR Cup Notizen

    Es grünt so grün ... Wolfgang Bohns chicheringrüner Pullover stach wunderbar heraus. Der Jenaer Trainer war auch noch mächtig stolz drauf: Der halte doch so warm. Nur wer hat ihm den geschenkt? Niemand! Sagt er. „Wir waren Mitte der 90er zu einem Turnier und wollten anschließend ins Skilager. Dummerweise hatte ich nur Fechtsachen dabei und so bin ich mit den Fechterinnen einkaufen gegangen.“ Wer weiß, welche der Damen sich da für das harte Training revanchieren wollte ...

    Bald schon ist Weihnachtszeit ... Ja, die heißt wirklich so! Rentier! Gut, es ist eine Sie. und sie kommt aus Holland. Und nein, eine rote Nase wie Rudolf das Rentier hatte Eline Rentier auch nicht.

    Auf den Dackel gekommen ... Theresa Weltzien aus München stand auf der Planche, die Mama feuerte von draußen an und der Dackel schaute müde drein. Und dann dieses ständige durch die Halle von Bahn zu Bahn Getrage ... Welch Hundeleben!

    Neue Technik ... Erstmals wurden die Gefechte in Echtzeit im Internet übertragen. Möglich machte das ein zusätzliches Kabel. Mit einem Klick war man hautnah dabei, wenn die Hammers getroffen oder getroffen wurde. Bei den letzten Weltmeisterschaften wurde übrigens erstmals kabellos gefochten.

    Rekordverdächtig … In nicht einmal einer Stunde nach dem Ende des Finals waren alle Bahnen wieder abgebaut und die Tennisnetze waren wieder aufgezogen. Vielleicht half ja folgende Drohung. Das obligatorische Bankett wurde erst eröffnet, nachdem der Umbau fertig war. Da halfen plötzlich alle mit.

    Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen ... Auch Wolfgang Bohn zum leidigen Thema Fußball: „Wir sind hier nicht beim Fußball, wo es nur um den Klassenerhalt geht“.

    Last, but not least ... Der Titel der lautesten Fechterin des Turniers geht 2011 an ... Josefin Kinzel aus Bertin. Herzlichen Glückwunsch!

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